Friedenslicht für die Stadt Ennepetal

Nach dem wir das Friedenslicht aus Bethlehem am vergangenen Sonntag in Dortmund abgeholt haben, wollen wir es natürlich möglichst vielen Menschen in Ennepetal zugänglich machen!

Deshalb haben wir Pfadfinder das Licht heute in die letzte Ratssitzung des Jahres 2016 in Ennepetal gebracht!

Um 17:15 wurde das Licht vor dem vollen Saal übergeben und, wie jedes Jahr noch ein Denkanstoß zum diesjährigen Thema "Frieden- gefällt mir. Ein Netz verbindet alle Menschen guten Willens".

Danach wurde auch noch gesungen! Nämlich "Flinke Hände, Flinke Füße" das Pfadfinderlied Nummer 1. Dank Liedzettel konnte sogar der Stadtrat kräftig mitsingen.

Das Licht wird ab morgen allen Bürgern im Rathaus zugänglich sein.

 

Ein paar Bilder zu Übergabe finden sich natürlich in unserer Galerie!

 

Hier noch unsere Ideen zum Thema des Friedenslichtes 2016 zum nachlesen:

 

Am vergangenen Sonntag haben wir das Feuer mit 15 Pfadfindern während einer Aussendungsfeier in Dortmund in Empfang genommen… Davor hatte das Licht allerdings schon einen langen Weg vor sich, denn es wurde am Geburtsort Jesu: in Bethlehem entzündet, und über die ganze Welt verteilt, um zu Frieden aufzurufen, um an Frieden zu erinnern und um Frieden zu schaffen.

 

Erziehung zum Frieden ist einer der pädagogischen Aufträge des Pfadfindens. Daher verteilen Pfadfinderinnen und Pfadfinder in der Adventszeit das Friedenslicht aus Bethlehem an viele Einrichtungen und Haushalte deutschlandweit. Wir Pfadfinderinnen und Pfadfinder wollen dem Auftrag von Lord Baden-Powell, dem Gründer der Pfadfinderbewegung, folgen und uns für eine bessere Welt einsetzen.

 

In diesem Jahr steht die Friedenslichtaktion dazu unter dem Motto „Frieden: Gefällt mir – ein Netz verbindet alle Menschen guten Willens“.

 

Fast jeder kennt mittlerweile den „blauen Daumen auf weißem Hintergrund“: den „gefällt mir- Button“ des sozialen Netzwerkes Facebook. 340 Milliarden US-Dollar ist das Unternehmen mittlerweile an der Börse wert und hat über 1,7 Milliarden Nutzer. Doch was macht Facebook und den „blauen Daumen“ so eigentlich so attraktiv?

 

Wenn man mal so über seine Startseite schaut, gibt es auf Facebook so einiges zu sehen und zu lesen. Manchmal ist es interessant, wenn zum Beispiel die Tagesschau neue Nachrichten und Kommentare veröffentlicht, manchmal aber auch ziemlich langweilig. So oder so Facebook klärt auf und informiert und zwar nicht nur über die Cocktail Happy Hour in der Ambience-Bar in Milspe auf, sondern auch über Finanzsituation der Stadt Ennepteal. Ab und zu verirrt sich noch der ursprüngliche Nutzen des Portals auf die Startseite und man sieht, was die eigenen Freunde so treiben. Doch hauptsächlich prasseln in kürzester Zeit Informationen auf den Nutzer ein!

 

So ist man genervt von der Werbung, die penetrant jede dritte Meldung einnimmt,

 

so schmunzelt man über niedliche Videos mit kleinen Kätzchen,

 

so lacht man bei Posts, wie „Fernsehserie soll realistischer werden: "Bob der Baumeister" kommt ab sofort bis zu 4 Stunden zu spät“

 

und man wird nachdenklich bei Aufrufen das eigene Verhalten zu ändern.

 

Und dann findet man einen Post, der dazu aufruft den Dschihad zu unterstützen. Man stutzt, man schluckt, man meldet die Veröffentlichung und man bekommt die Nachricht, der Post wiederspreche nicht den Nutzungsbedingungen von Facebook. Man ärgert sich und vergisst. Und das alles an einem Tag, meistens in noch weniger als 24 Stunden.

 

Die Human Rights Facebook Seite der United Nations postet ein Video, dass die Kriegszustände in Syrien unkommentiert zeigt: „Bombeneinschläge, blutüberströmte Menschen…“ schreckliche Bilder unserer realen Welt. Darunter ist zu lesen: „579 Personen gefällt das“. „Da muss sich wohl jemand verklickt haben oder ist das doch ernst gemeint?“ Das lässt sich nicht mehr Nachverfolgen in den großen weiten des „Neulandes“ Internet.

 

Die Kommunikation in unserer Zeit funktioniert immer, immer schneller: Menschen schreiben und teilen Dinge im Sekundentakt. Doch allzu häufig wird schneller kommuniziert als nachgedacht. Besonders fällt das auf, wenn man sich man sich die „Gefällt mir Angaben“ einiger Personen genauer anschaut:

 

Ein Post über den Krieg in Syrien -> gefällt mir.

 

Ein Aufruf des Kabarettisten Christoph Sieber zur Integration von Flüchtlingen in Deutschland -> gefällt mir.

 

Ein Wahlplakat der AFD: „Einwanderung aber nicht in unsere Sozialsysteme“ -> gefällt mir. Wie passt das alles zusammen? All das führt auf einen Nutzer zurück, der vermutlich morgens um halb 6 noch verschlafen in der Bahn über sein Handy wischt und ab und zu auf gefällt mir drückt, sobald er etwas auch nur annähernd interessant findet. „Was dieser Nutzer dabei gerade -mit seinem noch unter geistigem Notstrom betriebenen Hirn- schlimmes anstellt?“ Er verbreitet Inhalte. Jede „gefällt mir“-Angabe wird von anderen Nutzern gesehen, die wohlmöglich wieder auf „gefällt mir“ drücken und wieder anderen Nutzern die Meldung auf die Startseite schieben. Und so verbreitet sich jede Botschaft Millionen Mal schneller, als wir jedes Jahr in der Lage sind das Friedenslicht zu verteilen. Extrem häufig verbreiten sich dabei besonders Rechte Parolen, Aufrufe zu Kriegen und Revolten, falsche manipulierende Nachrichten und vor allem Fanatismus.

 

Ein radikaler Kommentar, löst eine Diskussion von hunderten Menschen aus, die in der vermeintlichen Anonymität des Internets alle Sitten vergessen und mit Beleidigungen nur so um sich werfen. Denn „das Schöne am Internet ist, dass jeder seine Meinung zeigen kann, das schlimme ist, dass es auch jeder ungeniert tut“.

 

Und damit entstehen Streitigkeiten unter fast jedem Post zu einem strittigen Thema. Aus Streitigkeiten wird schnell Streit und aus Streit wird Krieg.

 

Krieg wird schon lange nicht mehr nur mit Waffen und Soldaten ausgetragen. Über das Internet wird Hass verbreitet, Menschen werden radikalisiert und führen einen Krieg, den sie selber nicht begreifen. Dieser Cyberkrieg wird mit Hackerangriffen auf Regierungen und der organisierten Verbreitung von Hass geführt. Cyberkrieg ist überall und nirgendwo, da das Internet viel umfangreicher geworden ist, als unsere reale Welt. Nur eins steht dabei fest: Krieg im Internet ist allgegenwertig und verbreitet sich unfassbar schnell.

 

„Doch hat Frieden in so einer Zeit überhaupt noch eine Chance?“

 

 Nicht nur wir Pfadfinder sagen entschlossen dazu: „Ja, Frieden hat noch eine Chance. Und sogar eine große“.

 

Denn da wo sich Schrecken und Krieg verbreitet, da schafft es auch Hoffnung und da schafft es auch Frieden. Deshalb auch das diesjährige Motto „Frieden: Gefällt mir – ein Netz verbindet alle Menschen guten Willens“. Denn nicht nur in der realen Welt muss Frieden errungen, verteidigt und gehalten werden, nein, auch in der digitalen Umgebung wird es immer wichtiger auf Frieden zu achten und Frieden zu bewirken. Und dafür kann das Netz wiederrum eine hervorragende Plattform sein: Menschen die Frieden und Humanität unterstützen finden sich im Internet, auf Facebook zusammen, organisieren sich. Menschen werden mit einander verbunden und können gemeinsam etwas ausrichten.

 

Auch das Friedenslicht wird nicht nur aus Bethlehem abgeholt, sondern verteilt sich auch digital über den Hashtag „Friedenslicht“ in den sozialen Medien. Menschen, denen der Frieden wirklich gefällt, schreiben Texte, posten Bilder, zeigen Courage. Soziale Projekte werden im Internet gezeigt und bekommen Anerkennung und Aufmerksamkeit. Auch sie verteilen sich über „gefällt mir“- Angaben und immer öfter werden auch Menschen über das Internet und Facebook motiviert, sich Aktionen für den Frieden anzuschließen oder ein Ehrenamt aufzunehmen. Frieden schaffen geht also auch in der Dimension Internet!

 

Durch das Internet ist unsere Welt immer, immer kleiner geworden. Wir kommen schneller überall hin und an etwas heran. Und so liegen auch Dinge, wie Krieg immer näher und verbreiten sich schneller auf den kürzeren Wegen. Doch gleichzeitig ist auch der Frieden näher ran, in dieser kleinen Welt. Und deswegen wollen wir mit der Weitergabe des Friedenslichts aus Betlehem gemeinsam mit 220.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Deutschland ein klares Zeichen für Hoffnung auf Frieden in unserer realen und auch der digitalen Welt setzten. Wir wollen die Menschen daran erinnern, dass auch das Internet ein Platz des Friedens sein kann und sein sollte. Wir wollen den Nutzern der vielen sozialen Medien nahe legen: „Denkt über eure Kommunikation nach!“ Denkt daran, dass ihr sowohl Hass, als auch Hoffnung mit einem Klick über die Welt verteilt. Denn das Internet hat große Auswirkungen auf die reale Welt und man kann schon mit einem Klick Frieden unterstützen.

 

Tut etwas für den Frieden, ob nun digital oder in der Realität! Zeigt, dass euch Frieden gefällt und zwar nicht nur, weil ihr auf einen Button mit blauem Daumen drückt, sondern weil es euch wirklich wichtig ist.

 

Wir Pfadfinder aus Ennepetal wollen das tun, indem wir das Friedenslicht bereits morgen um 19.00 Uhr in einer Aussendungsfeier in der Herz Jesu Kirche an die Gemeinde weitergeben. Vorgestern haben wir das Friedenslicht noch an die Bewohner des Seniorenheims St. Elisabeth gebracht und auch am Heiligen Abend in den Messen in Voerde und Milspe wird es an die Gemeinde verteilt.

 

 

Damit das Licht aber auch allen anderen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Ennepetal zugänglich ist, haben wir es heute in die Ratssitzung gebracht, sodass es ab morgen im Rathaus den Menschen zugänglich gemacht werden kann und vielleicht auch auf Ihrer Website landet; sodass alle Bürgerinnen und Bürger Hoffnung davon schöpfen können und diese persönlich und auch digital weitergeben.

 

Wir wünschen allen Ennepetalern ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches und vor allem friedliches Jahr 2017.

 

–> Übrigens: „51 Ennepetaler Pfadfindern gefällt das.“

 

 

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